Glossar
Klare Worte für die Fachsprache.
Jede Branche versteckt sich hinter ihrem Vokabular. Hier ist unseres, erklärt – damit niemand in einer Besprechung sitzen und so tun muss, als wüsste er, was ein Fit-Gap ist.
Entscheidung und Projekt
- Fit-Gap
- Ein strukturierter Abgleich dessen, was die Standardsoftware bereits kann, mit dem, was Ihre Prozesse tatsächlich brauchen. Die Lücke ist das, was gebaut, ersetzt oder gestrichen werden muss – und sie ist die ehrliche Grundlage jedes Budgets.
- Systemlandkarte
- Ein Bild aller eingesetzten Systeme, der Daten, die zwischen ihnen fließen, und der Stellen, an denen Menschen von Hand übertragen. Die wenigsten Unternehmen haben ihre je auf einer Seite gesehen.
- Medienbruch
- Jede Stelle, an der Informationen ein System verlassen und von Hand in ein anderes eingegeben werden – ein Auftrag, der ausgedruckt und abgetippt wird, oder eine Tabelle zwischen zwei Abteilungen. Jede kostet Zeit und erzeugt Fehler.
- Zielarchitektur
- Das Bild davon, wie Systeme, Daten und Verantwortlichkeiten nach dem Projekt zusammenpassen sollen. Es verhindert, dass sich viele kleine Einzelentscheidungen zu einem Durcheinander summieren.
- Roadmap
- Die Abfolge der Phasen mit Ergebnissen und Entscheidungspunkten – keine Wunschliste, sondern eine Reihenfolge, in der jeder Schritt für sich nutzbar ist.
- Budgetkorridor
- Eine realistische Spanne statt einer falschen Genauigkeit. Solange Umfang und Datenqualität nicht geklärt sind, ist jede Einzelzahl geraten; ein Korridor sagt das offen.
- MVP-Scope
- Der kleinste Funktionsumfang, der produktiv gehen kann und bereits Nutzen trägt. Alles Weitere folgt danach. Er verhindert, dass ein Projekt erst vollständig fertig sein muss, bevor es irgendetwas wert ist.
- Backlog
- Die geordnete Liste dessen, was noch offen ist, das Wertvollste zuerst. Sie macht die Frage „was kommt nach dem Go-live“ beantwortbar statt unbestimmt.
- Go-live
- Der Tag, an dem das neue System das echte Geschäft trägt. Alles davor ist Vorbereitung, alles danach ist Betrieb.
Betrieb und Support
- SLA
- Service Level Agreement: eine verbindliche Regelung, wie Supportanfragen eingeordnet werden, wie schnell wir reagieren und wie kritische Themen eskalieren. Es ist keine Zusage, dass jedes Problem sofort gelöst ist.
- Reaktionszeit und Lösungszeit
- Die Reaktionszeit ist die Zeit bis zur qualifizierten Rückmeldung: Das Ticket ist verstanden, eingeordnet, der nächste Schritt ist klar. Die Lösungszeit ist, wie lange die Behebung tatsächlich dauert, und hängt von Ursache, Datenlage und Drittanbietern ab. Beides ist nicht dasselbe – wer etwas anderes verspricht, verkauft Ihnen etwas.
- Kontingent
- Die im Monatspaket enthaltenen Stunden. Alles darüber hinaus wird zu den veröffentlichten Sätzen abgerechnet, damit ein arbeitsreicher Monat keine Überraschung wird.
- Release-Check
- Die Prüfung eines Odoo-Updates, bevor es eingespielt wird: was sich ändert, was es in Ihren Erweiterungen berührt, was getestet werden muss. Es ist der Unterschied zwischen einem Upgrade und einem Vorfall.
Plattform und Technik
- Open Core (offener Kern)
- Ein Produkt, dessen Kern quelloffen ist, während einzelne Ergänzungen es nicht sind. Odoo funktioniert so: Der Community-Kern steht unter LGPLv3 und ist für jeden lesbar, die Enterprise-Ergänzungen sind lizenziert. Wir sagen das, statt vollständige Quelloffenheit zu behaupten.
- Clean Core
- Der Grundsatz, dass der Kern eines Standardsystems nie verändert wird; Erweiterungen setzen über definierte Punkte daneben an. SAP verlangt es, Microsoft hält es bei Business Central genauso. Das hält Upgrades sicher – und begrenzt, wie weit man gehen kann.
- PostgreSQL
- Die quelloffene Datenbank, in der Odoo Ihre Daten hält. Offene Lizenz, keine Datenbank-Lizenzkosten, und die Standardwerkzeuge für Sicherung, Replikation und Auswertung funktionieren damit ohne Umwege.
- Multi-Company
- Mehrere Gesellschaften auf einer Plattform, mit gemeinsamen Stammdaten, aber getrennter Buchhaltung, Steuerlogik und Berechtigung. Entscheidend ist, dass ein Beleg die Gesellschaftsgrenze überschreiten kann, ohne das System zu verlassen.
- Facettensuche
- Eine Suche, die über Eigenschaften eingrenzt – Werkstoff, Gewinde, Druckbereich – statt über das Erraten des richtigen Suchworts. Bei hunderttausend Artikeln ist das der Unterschied zwischen Finden und Blättern.
KI im Betrieb
- Human in the Loop
- Ein KI-Ergebnis wird vorbereitet, aber nie eigenständig gebucht – ein Mensch gibt es frei. Das ist keine Einschränkung, sondern erst der Grund, warum KI in Buchhaltung und Auftragsbearbeitung überhaupt einsetzbar ist.
- Orchestrierung
- Die Schicht, die entscheidet, welches Modell was gefragt wird, in welcher Reihenfolge, mit welchen Daten – und was passiert, wenn ein Schritt fehlschlägt. Ohne sie hat man einen Chatbot, mit ihr einen Prozess.
- Vektorsuche
- Suchen nach Bedeutung statt nach Wortübereinstimmung. Sie ermöglicht es einem Assistenten, das richtige Dokument zu finden, wenn die Frage anders formuliert ist als der Text.
- MCP
- Model Context Protocol: ein standardisierter Weg, einem KI-Modell kontrollierten Zugriff auf Werkzeuge und Daten zu geben – welche Funktionen es aufrufen darf, mit welchen Rechten. So erreicht KI Ihre Systeme, ohne dass eine Tür offensteht.
Anbindungen
- OCI-Punch-out
- Open Catalog Interface: Ihr Kunde springt aus seinem eigenen Beschaffungssystem direkt in Ihren Katalog, stellt einen Warenkorb zusammen und übergibt ihn als Bestellung zurück – ohne seinen Prozess zu verlassen. Oft ist es überhaupt die Bedingung dafür, einen Großkunden beliefern zu dürfen.
- Automatisches Kleinteilelager (AKL)
- Ein robotisiertes Lager, das Behälter zum Kommissionierplatz bringt, statt Menschen ins Regal zu schicken. Es rechnet sich erst, wenn das ERP direkt mit ihm spricht: Reservierungen, Umlagerungen und Fertigmeldungen im selben Prozess, nicht über eine nächtliche Datei.
Fehlt ein Begriff? Sagen Sie uns Bescheid, dann kommt er dazu. Ein Wort, das wir nicht erklären können, sollten wir nicht verwenden.
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